Bernd Hoeber (55), Dipl. Sozialpädagoge
Vom Exilbayer zum überzeugten Ruhrgebietler: Vor über 30 Jahren aus Bayern nach Witten eingewandert, lebe ich heute immer noch bzw. nach kleinen Zwischenstationen im Rheinland, wieder in unserer Stadt an der Ruhr. Meine Kinder sind hier geboren und aufgewachsen, in Bochum habe ich studiert und ich engagiere mich seit einigen Jahren auch politisch in und für Witten. Beruflich bin ich seit mehr als 20 Jahren in der sozialen Arbeit aktiv, was sowohl meine Themen als auch die Perspektive prägt: Die wachsende Ungleichheit und immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich gehören zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Dem etwas entgegenzusetzen ist auf kommunaler Ebene oft nicht leicht, die großen Stellschrauben haben wir nicht in der Hand. Aber mit einer sozialen und kreativen Stadtentwicklung, starken Quartieren, guten Beratungs- und Unterstützungsangeboten und einer sozialen Wohnraumentwicklung können wir schon viel für die Teilhabe und Lebensqualität der Bewohner*innen erreichen. Daneben interessiere ich mich besonders für das Thema „Stadtgesundheit“: Dabei geht es z.B. um Maßnahmen zum Hitzeschutz oder Projekte zur Gesundheitsförderung in Quartieren. Nicht zuletzt bin ich als Grüner überzeugt, dass eine starke Zivilgesellschaft mit viel Ehrenamt, Engagement sowie einer bunten Vereinslandschaft die beste Grundlage für viele Herausforderungen darstellt. Diese gilt es zu pflegen und zu fördern. In einigen dieser Punkte ist Witten schon ganz gut aufgestellt, in anderen gibt es noch viel zu tun. Dafür setze ich mich ein!

Folgende Themen sind mir für die Kommunalpolitik in Witten wichtig:
Soziale Beratungs- und Anlaufstellen stärken, Teilhabe sichern
Die Situation vieler kommunalen Haushalte ist schwierig und auf Witten trifft das in besonderer Weise zu. Viele Beratungs- und Anlaufstellen, wie Frauen- und Familienberatung, die Selbsthilfe-Kontaktstelle in Witten und viele andere, sind neben anderen Fördermitteln auch auf kommunale Zuwendungen angewiesen. Daher müssen wir uns dafür einsetzen, dass die soziale Infrastruktur auch bei knapper werdenden Mitteln für freiwillige Leistungen erhalten bleibt und dort gestärkt wird, wo es besonders nötig ist.
Klimakrise und Gesundheit – Hitzeschutz und kühle Orte
Die Klimaerhitzung nimmt dramatischen Einfluss auf die Gesundheit unserer Bewohner*innen. Vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen, aber auch kleine Kinder sind von ungewöhnlich starker Hitze betroffen. Wir müssen mehr für den Hitzeschutz von öffentlichen Gebäuden tun und einen Stadtplan der „kühlen Orte“ entwickeln.
Stadtentwicklung von unten mit Hilfe „von oben“
Das Wiesenviertel ist das Paradebeispiel, wenn es darum geht, die vielfältigen und positiven Wirkung von Engagement und ziviler Initiative auf Quartiere und Stadtgesellschaft zu erleben. Und ohne die vielen Vereine, sei im Sport, in der Kultur oder im sozialen Bereich, könnte die Kommune viele Aufgaben nicht erfüllen. Dabei brauchen Engagement und Ehrenamt sowie das initiative Handeln von Bewohner*innen, die Unterstützung durch eine Stadt, die unterstützt, begleitet und fördert. Dafür setzen wir uns ein!
