Grüne Landtagsabgeordnete begutachten S-Bahn-Linie 5

Zu einer gemeinsamen S-Bahn-Fahrt von Dortmund nach Hagen mit der S5 hatten sich am vergangenen Freitag die beiden Landtagsabgeordneten Michael Röls (Dortmund) und Verena Schäffer (Witten) verabredet. Gemeinsam mit dem Dortmunder Verkehrspolitiker Matthias Dudde, seinem Pendant im EN-Kreis, Andreas Müller, sowie Joachim Drell von den Wittener Grünen machten die beiden Landespolitiker an verschiedenen Haltepunkten und Bahnhöfen der Linie Halt, um sich Verbesserungspotenziale und Wünsche erläutern zu lassen. Hintergrund der Tour ist eine bessere Vernetzung der Pläne in den einzelnen Kommunen an der S-Bahn-Linie 5, um bei der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen in einer konzertierten Aktion eine möglichst geringe Ausfallzeit der S-Bahn-Linie 5 zu erreichen.

Thema in Dortmund-Barop etwa war eine Verlegung des Haltepunktes um einige hundert Meter in Richtung Norden zur U-Bahn-Haltestelle Barop-Parkhaus mit einem direkten Zugang zur Stockumer Straße. Der S-Bahn-Haltepunkt wäre dann mit dem Dortmunder ÖPNV zu vernetzt. Michael Röls erläutert: „Aktuell ist die Umgebung wenig einladend, vor allem abends, Räder können nicht sicher abgestellt werden und müssen zur Mitnahme die Treppen hinab- und heraufgetragen werden. Zudem ist der S-Bahn-Haltepunkt unzureichend an das Radwegenetz angeschlossen. Für die 56.000 Einwohner in Dortmund Hombruch wäre eine Verlegung eine deutliche Verbesserung.“

Weitere Themen in Dortmund waren potenzielle neue S-Bahn-Haltepunkte, nämlich Dortmund-West, durch den eine Vernetzung mit der S-Bahn-Linie 4 zustande käme, die den Dortmunder Hauptbahnhof entlasten könnte und der Haltepunkt Dortmund-Grotenbachstraße, um die S5 mit den Buslinien 446 und 449 zu vernetzen und der eine bessere Erreichbarkeit für den Hombrucher Süden bedeuten würde. Beide Maßnahmen sind Teil des Mobilitätskonzepts der Grünen im Ruhrparlament, das 2021 vorgestellt wurde.

Am S-Bahn-Haltepunkt Witten-Annen Nord wurde festgestellt, dass der Haltepunkt zwar in der Ortsmitte liegt, aber nicht barrierefrei ist und zu Fuß, mit dem Rad und mit dem ÖPNV schlecht vernetzt ist, mit Straßenquerungen und mehreren Ampeln um etwa die Busse in Witten-Annen zu erreichen. Andreas Müller erklärt: „Eine Brücke im Rahmen der Erschließung des Bildungsquartiers Annen könnte hier Abhilfe schaffen und wäre zudem eine attraktive Verbindung zwischen den Stadtteilhälften Annens.“

Mit dem in Annen gemieteten Metropolrad Ruhr ging es dann zum zukünftigen, für 2026 geplanten S-Bahn-Haltepunkt Witten/Universität an der Pferdebachstraße, den vor allem die Studierenden der Universität Witten/Herdecke sehnlichst erwarten. Verena Schäffer erläutert: „Hier müssen nur die ebenerdig erreichbaren Bahnsteige beiderseits der Pferdebachstraße gebaut werden. Für die mittlerweile über 3.000 Studierenden der UWH, die auch in Dortmund, Bochum und anderen Städten des Ruhrgebiets leben, wird durch den Haltepunkt eine erheblich bessere Erreichbarkeit ihrer Universität geschaffen. Aber auch das EvK und seine Pflegefachschule, die Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie oder das Lukas-Zentrum werden profitieren.“

Weiter ging es mit dem Fahrrad zum Wittener Hauptbahnhof um den RE nach Hagen-Vorhalle zu erreichen, wo eine Verabredung mit den Hagener Grünen geplant war. Der S-Bahn-Haltepunkt Hagen-Vorhalle hat durch einen Busanschluss nach Herdecke zwar wesentlich an Attraktivität gewonnen, ist allerdings ohne barrierefreien Zugang und wird vor allem in den Abendstunden mitunter als Angstraum wahrgenommen. Tobias Rödel, Sprecher vom Hagener Kreisverband der Grünen erläutert: „Nicht nur für die 10.000 Einwohner von Vorhalle wünschen wir uns hier Verbesserungen, auch für unsere Nachbarstadt Herdecke ist Hagen-Vorhalle durch die insgesamt acht Abfahrten von RB 40 und S5 eine wichtige Erschließung auf dem Weg zu mehr Bus und Bahn.“

Beide Landespolitiker versprachen, die Wünsche, Ideen und vorhandenen Planungen mit den entsprechenden Stellen beim VRR, der Deutschen Bahn und in der Landespolitik zu besprechen, um auf einen möglichst reibungslosen Ausbau und Umbau, sowie Optimierungen der S-Bahn-Linie 5 hinzuwirken.

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